Aura - Warnsignale vor der Attacke

Auratische Phänomene als Einblick in die Gehirntätigkeit

(04. November 2002) Plötzliches Schleiersehen, Lichtblitze sowie abstruse farbige Muster warnen so manchen Patienten vor der nahenden Migräneattacke. Dabei rufen Störungen des Nervensystems Wahrnehmungsveränderungen des Betroffenen hervor, die als Aura bezeichnet werden. Zwischen zehn bis 15 Prozent der Migränepatienten haben bereits Bekanntschaft mit Veränderungen ihres Tast-, Seh- und Bewegungssinnes gemacht. Aber auch Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen sind bereits aufgetreten. Das Flimmern, Kribbeln oder Taubheitsgefühl beginnt meist einige Minuten bis zu einer Stunde vor den eigentlichen Kopfschmerzen und endet mit Beginn der Attacke. Der seltenere auratische Migräneanfall ist mit durchschnittlich sechs bis acht Stunden Dauer jedoch kürzer als die einfache Migräne ohne Aura.

Gehirnforscher beschreiben die sogenannte Aura als eine nervliche Reiz- und Ausfallerscheinung, die die gewohnte Gehirnfunktion beeinflußt. Das Phänomen der Aura wird vermutlich durch eine übersteigerte Aktivität der Großhirnrinde sowie einen anschließenden nervlichen Funktionsausfall ausgelöst. Je nach Funktionsbereich der betroffenen Hirnregion, in der sich die abnormen Aktivitäten niederschlagen, kommt es zu einer unerwarteten Veränderung von Bewegungs-, Gehör-, Tast-, oder Sehsinn.

Gut dokumentiert ist die bekannte Erscheinung einer Sichelform mit gezackter Umrandung, die sich während der auratischen Phase über das gewohnte Sehbild des Patienten legt. Betroffene haben ihre Erfahrungen in Bildern dokumentiert, die sich jeder in der Galerie Migräne-Aura anschauen kann. Diese Bilder komplexer graphischer Muster und farbiger Formen im Gesichtsfeld der Patienten werden von Wissenschaftlern als eine ungewöhnliche Verbildlichung von sonst unsichtbaren Gehirnfunktionen erklärt.

Eine aktuelle Forschungsstudie zu dem Thema „Migräne mit Aura“ läuft demnächst an der Schmerzklinik Kiel gemeinsam mit dem Institut für Humangenetik an. Die Wissenschaftler suchen dazu Geschwisterpaare oder zumindest einen Elternteil mit Kind, welche die Symptome der Aura-Migräne aufweisen. Die Versuchspersonen müssen lediglich an einer Blutentnahme teilnehmen und einen Fragebogen zum Krankheitsverlauf beantworten. (kw)


Quelle: www.migraene-aura.de





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