Das Herz beeinflusst Migräne

Britische Forscher entdecken Rolle von Herzfehlern

Kleine Löcher im Herzen könnten für schwerwiegende Migräneanfälle verantwortlich sein, fand der britische Forscher Peter Wilmshurst vom Royal Shrewsbury Hospital heraus. Die Schließung dieser bis zu elf Millimeter großen Löcher kann Migräne reduzieren oder sogar gänzlich beenden.

Mehr als ein Viertel aller Menschen weisen diese kleinen Löcher im Herzen auf. Sie durchbrechen die normalerweise geschlossene Wand zu den oberen Herzkammern. Dieses Phänomen ist ein Relikt aus der Zeit im Mutterleib, durch die Löcher kann das Blut die Lunge umgehen. Mit dem ersten Atemzug des Babys sollten sie geschlossen sein, doch dies trifft eben nicht immer zu. Bleiben sie vorhanden, können kleine Mengen von Blut aus den Venen weiterhin an den Lungen vorbei geleitet werden. Sie treten dann in die Arterien ein, die sie im Hirn blockieren.

Dies stimmt mit Untersuchungen von Anne MacGregor von der City of London Migraine Clinic überein, die davon ausgeht, dass Migräne von Blutknötchen im visuellen Cortex ausgeht, wo sie den Blutdurchfluss behindern. „Der Verlust des Filtermechanismus der Lunge kann für den vorübergehenden Blutdurchfluss verantwortlich sein, wie er für Migräne typisch ist. Die Rolle der Lunge als Blutfilter scheint wichtiger als bisher angenommen zu sein.“

Bei Operationen mit 16 an Migräne leidenden Tauchern, die Peter Wilmshurst vornahm, wurden die Löcher am Herzen mit einem ins Herz eingeführten Katheder geschlossen. Bei sieben von ihnen kamen daraufhin keine Migräneanfälle mehr vor, die übrigen neun litten wesentlich seltener und dann auch weniger heftig an Migräne. (ca)


Quelle: New Scientist





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