Die richtige Diagnose bei täglichen Kopfschmerzen

Studie aus Taiwan: Mehr als die Hälfte der Dauergeplagten hat Migräne

(14. März 2003) Fast jeder hat eine Vorstellung davon, wie häufig und wie heftig Migräne-Betroffene unter den typischen Schmerzattacken leiden – und atmet vielleicht erleichtert durch, weil er offensichtlich von dieser Krankheit verschont blieb. Doch die eigenen Kopfschmerzen, die möglicherweise viel häufiger, aber anders auftreten als bei der Nachbarin mit diagnostizierter Migräne, könnten ebenfalls diesem Kopfschmerztyp angehören. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie aus Taiwan.

Der chinesischen Untersuchung zufolge haben mehr als die Hälfte derjenigen Erwachsenen, die mindestens drei Mal pro Woche unter Kopfschmerzen leiden, eine so genannte Transformierte Migräne. Betroffene dieser Migräneart spüren meist pochende, pulsierende Schmerzen, die oft den ganzen Kopf betreffen. Außerdem leiden sie unter einzelnen heftigen Schmerzattacken mit Übelkeit und Erbrechen.

Der chronische Spannungskopfschmerz macht sich hingegen durch dumpf-drückende Schmerzen bemerkbar. Rund 45 Prozent der Taiwaner, die angaben, mindestens drei Mal pro Woche unter Schmerzen zu leiden, erhielten von Experten die Diagnose Spannungskopfschmerz.

Vier bis fünf Prozent der gesamten Bevölkerung – so legen zahlreiche aktuelle Studien aus verschiedenen Ländern nahe – leiden sogar täglich unter Kopfschmerzen. Viele greifen deshalb ständig zu Tabletten. Das kann fatale Folgen haben, unter anderem einen Medikamentenkopfschmerz, warnt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).

Wer sehr häufig unter Kopfschmerzen leidet, sollte sich unbedingt von einem Spezialisten eine genaue Diagnose stellen lassen, raten die Fachleute der DMKG. Dann erst ist eine Behandlung möglich. Bei Migräne und Spannungskopfschmerzen haben sich vorbeugende Maßnahmen wie Entspannungstechniken, leichte Ausdauersportarten (drei mal 30 Minuten pro Woche) und Strategien zur Stressbewältigung bewährt.

Migräneattacken lassen sich in manchen Fällen auch mit Hilfe von Beta-Rezeptorenblocker eindämmen. Beta-Rezeptorenblocker sind Medikamente, die die Herztätigkeit regulieren und den Blutdruck senken. Bei Spannungskopfschmerzen sind eher Antidepressiva angezeigt, die in die Schmerzverarbeitung eingreifen.

Ist der Kopfschmerz durch den unangemessenen Gebrauch von (Schmerz-)Medikamenten entstanden, hilft zunächst nur die totale Pillenpause. Die Schmerzen, die nach dem „Entzug“ noch auftreten, sollte dann ein Fachmann einschätzen und behandeln. NH


Quelle: uni-protokolle





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