Biofeedback-Therapie arbeitet kindgerecht
Kopfschmerzen bei Kindern können viele Ursachen haben. Gerade deshalb ist eine erfolgreiche Behandlungsmethode nicht einfach zu ermitteln. Ein Weg, die Schmerzen überwinden zu helfen, ist die Biofeedback-Therapie, eine Schnittstelle zwischen Psychologie und Medizin. Hierbei wird davon ausgegangen, dass die Beschwerden mit der Veränderung unbewusster Körperfunktionen zusammenhängen.
So lösen etwa Verspannungen der Stirnmuskulatur Kopfschmerzen aus. Diese krankheitsbedingten Schwankungen der Körperfunktionen wie Atemfrequenz, Augenbewegungen oder Durchblutung können mit Elektroden gemessen und am Computer für den Patienten akustisch oder grafisch dargestellt werden. Auf diese Weise können sie die bisher unbewussten Vorgänge begreifen und sie bewusst steuern lernen. Gerade Kinder sprechen darauf besonders gut an, da sie weniger voreingenommen als Erwachsene sind.
„Durch Experimentieren kommt der Patient meist selbst darauf, wie er die Signale kontrollieren kann“, erläutert Prof. Elisabeth Groll-Knapp, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Biofeedback und Psychophysiologie. Kommt es bei Spannungskopfschmerzen zu Muskelverspannungen, hört der an Elektroden angeschlossene Patient einen hohen Ton. Gelingt ihm die bewusste Entspannung, wird der Ton tiefer. „In der Regel benötigt der Patient zehn Sitzungen, um diese Methode zu erlernen.“
Anschließend kann ohne Computer und Elektroden weiter an der neuen Erfahrung der Selbstentspannung gearbeitet werden. Bei Kindern, die mit Biofeedback-Methoden behandelt werden, liegt die Erfolgsquote bei 81%. Damit Kinder ihre Fortschritte auch adäquat genießen können, gibt es in Göttingen ein besonderes Schauspiel: Gelingt den kleinen Patienten die Entspannung, springt die Maus über eine Hürde. (ca)
Quelle: Stiftung Kopfschmerz
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