Hanf als Heilmittel

Gute Resultate bei medizinischen Anwendungen mit THC-freiem Hanf

Mit Hanf, auch als Cannabis bezeichnet, werden gerne Rauschzustände assoziiert. Doch der Nutzen dieser bereits bei den Ägyptern, Assyrern und Griechen bekannten Pflanze geht weit darüber hinaus. Bis vor 100 Jahren wurde Papier aus Hanf hergestellt, und seit der englische Arzt O´Shaugnessey die Pflanze 1839 als Arzneimittel erwähnte, ist auch in der westlichen Medizin bekannt. Jetzt könnte dank der Pflanze eine Revolution der Schmerztherapie bevorstehen.

O´Shaugnessey hatte als Arzt in Kalkutta gearbeitet und dort die therapeutische Verwendung der Hanfpflanze kennengelernt. 1964 entdeckten Mechoulam und Gaoni von der Universität Jerusalem Delta-9-THC, den Wirkstoff der Pflanze. Die medizinischen Eigenschaften von Hanf konnten nun untersucht werden.

Seitdem gilt Cannabis als muskelentspannend, antiepileptisch, stimmungsaufhellend, appetitsteigernd, bronchienerweiternd, augeninnendrucksenkend, beruhigend und schmerzhemmend. Da in der Bundesrepublik der Anbau von Hanf 1982 generell verboten wurde, konnte Cannabis seit diesem Zeitpunkt jedoch nicht mehr zu medizinischen Zwecken genutzt werden.

Seit einigen Jahren ist der Anbau von Hanf mit sehr geringem THC-Gehalt allerdings wieder erlaubt, seit einigen Wochen steht ein alkoholischer Auszug des Wirkstoffes zur Verfügung. Bei Migränepatienten, die den Stoff traditionell inhalierten, konnte bereits bei niedrigsten Dosen eine deutliche Linderung der Beschwerden erzielt werden. Dr. Gerhard Müller-Schwefe, Vorsitzender des Schmerztherapeutischen Kolloquiums in Deutschland, erwartet sogar eine Renaissance dieses Wirkstoffes in den nächsten Jahren. (ca)


Quelle: kopfschmerzen.de





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