Hypnotherapeutische Gruppentherapie hilft Kids herauszufinden, was ihnen gut tut
Bei einer Tagung der Milton Erickson Gesellschaft für klinische Hypnose stellte Diplompsychologin Hanne Seemann in Heidelberg ihre Studie mit 118 an Kopfschmerz leidenden Kindern vor. Nach Auswertung der Daten von 66 Kindern sei es gelungen, im Verlauf der hypnotherapeutischen Gruppentherapie die Tage mit Kopfschmerzen von durchschnittlich elf auf nur noch 6 Tage im Monat zu senken.
Die Kinder zwischen acht und 15 Jahren nahmen jeweils an zwölf Gruppensitzungen teil. 40% dieser Kinder leiden an Migräne, 25% unter Spannungskopfschmerzen und die übrigen an Mischformen. Alle klagen seit mindestens sechs Monaten über regelmäßige Kopfschmerzen. Hanne Seemann erfasste die Belastung durch den Kopfschmerz bei jedem Kind in einem Index, der Häufigkeit, Dauer und Stärke der Schmerzen berücksichtigt.
Die Kopfschmerzen der Kinder könnten als Schutzmechanismus vor Reizüberflutung verstanden werden, so Seemann. Bei der Therapie ginge es daher nicht um Schmerzbekämpfung, sondern um die Befähigung der Kinder, auf den eigenen Körper zu hören, um ihren Organismus vor Überlastung schützen zu können. Mit der in den Gruppensitzungen angewandten Metaphern, Geschichten und Stimmmodulationen soll eine direkte Beeinflussung des vegetativen Nervensystems erreicht werden. Um das bei Kindern sehr normen- und leistungsorientierte Denken zu überwinden, würden Entspannungs- und Imaginationsübungen auch unter Trance durchgeführt.
Ziel der Sitzungen ist, die Kinder dazu zu bringen, selbst entscheiden zu können, was für sie gut sei. Auf keinen Fall dürfe eine suggestive Beeinflussung vorgenommen werden. Besonders hilfreich erwies sich für die Kinder, wenn ihre Familie sie bei den in der Gruppentherapie gelernten Erfahrungen unterstützt. (ca)
Quelle: aerztezeitung.de
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