Migräne-Diät fragwürdiger denn je

Experten definieren Stress als Hauptauslöser der Attacke

(26.Mai 2003) Dutzende der zahlreichen Migräne-Broschüren empfehlen ausführliche Ernährungsstrategien zu Vermeidung von Schmerzattacken. Vor allem lange gereifte Käsesorten, Rotwein, Wurst oder Schokolade sollten als so genannte Triggerfaktoren vermieden werden.

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG) hält einen generellen Verzicht bestimmter Lebensmittel jedoch für überflüssig. Ausschlaggebend hierbei ist die Tatsache, dass Migräne keine Allergie ist. Zwar könnten Lebensmittel bei bestimmten Menschen eine Migräneattacke auslösen, doch ein wesentlich verbreiteter Auslöser sei Stress, so der DMKG-Generalsekretär Dr. Arne May.

Allem voran stand die so lange geahndete Schokolade ganz oben auf der Schwarzen Liste der Lebensmittel, da sie, wie Rohwurst, Käse und Wein, so genannte biogene Amine (Phenylethylamine) enthält. Doch bestimmte Prozesse im Hirnstoffwechsel, die einer Attacke vorausgehen, rufen bei vielen Patienten gerade Heißhunger auf Süßes hervor. So zeigt sich, dass in bezug auf Schokoladenkonsum und Migräne Ursache und Folge sich nicht immer eindeutig benennen lassen.

Der Bestsellerautor und Neurologe Oliver Sacks ist ebenfalls überzeugt, dass man Migräne wohl nie auf eine bestimmte Nahrungsmittelempfindlichkeit zurückführen könne, sondern vermutet „hinter jeder derartigen Verbindung einen konditionierten Reflex.“ (kW)


Quelle: lifeline





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