Migräne bei Kindern

Kinder leiden still – Ergebnisse eines Kongresses zu Kopfschmerz

(17. September 2003) Das verbale Ausdrucksvermögen von Kindern ist beschränkt. Leiden Kinder an Kopfschmerz oder gar Migräneanfällen, reden sie vielleicht von Übelkeit oder von Bauchschmerzen. Den Schmerz genau zu benennen, fällt ihnen oft schwer. Folglich bleibt das Leiden unerkannt und die Behandlung ist erschwert. So ein Resumee des internationalen Kopfschmerzkongresses in Rom, der dieser Tage zu Ende ging.

Zudem ist der Kopfschmerz bei Kindern in hohem Ausmaß auch Hinweis auf psychischen Stress. Spannungskopfschmerz wird bei Kindern immer öfter beobachtet, schon bei Dreijährigen trete das Symptom auf, so Dr. Martine C.M. van de Geest von der Universität Leiden. Im Schulalter führen die Beschwerden zu Schulausfällen, zu Leistungsschwund und Lernschwächen, die besonders ausgeprägt bei Kindern mit regelmäßigen Symptomen vorkommen. Eine Studie aus Rom nennt Zahlen: 28 Prozent der lernschwachen Kinder klagen über Kopfschmerzen.

Langzeitstudien an Kindern, bei denen ein Elternteil bereits unter Migräne leidet, zeigen, dass deren Anfälligkeit für diese Beschwerden um das 3,6 Fache erhöht ist. Das genetische Risiko äußerst sich schon ab dem Alter von acht Jahren. Und es steigt, wenn die Mütter Migräniker sind. Eine Migräne vom Vater zu erben, ist deutlich seltener. Während die geschlechtsspezifische Aufteilung bis zum 14. Lebensjahr ausgeglichen ist, prägt sich das Symptom zu diesem Zeitpunkt bei Frauen aus. 15 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen leiden noch im Alter von 35 unter den wiederkehrenden Kopfschmerzattacken. (rl)

Quelle: Tiroler Tageszeitung





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