Die Sauerstoffüberdrucktherapie als neuartige Behandlungsform
(09. September 2003) Zwölf Patienten sitzen sich bequem in einem Raum gegenüber, der wie ein kleines Linienflugzeug eingerichtet ist. Sie lesen, hören Musik, entspannen, während sie reinen Sauerstoff unter Überdruckbedingungen einatmen. Der Druck ist um das 2,5-fache erhöht, das Medikament Sauerstoff dringt dadurch in Regionen des Körpers vor, die bei normaler Atmung nicht erreicht werden.
In den Kliniken für Hyperbarmedizin in Dresden und Leipzig therapieren Mediziner mit dieser Anwendung Krankheitsbilder, denen im weitesten Sinne mehr Luft gut tut. Lebensrettend wirken die Maßnahmen bei Tauchunfällen, Rauchgas-Vergiftungen oder bei Gasbrand. Die hochkonzentrierte Luft - die physikalische Lösung des Sauerstoffs im Blut erhöht sich um das 15-fache - wirkt nach Aussage der Ärzte auch bei den Krankheitsbildern Tinnitus und Migräne.
Migräne-Patienten berichten oft bereits bei einer Behandlung mit Sauerstoffmaske von einer Linderung der Beschwerden. Bei der HBO kommt es zu einer Engstellung der Gefäße, die bei der Migräne ursächlichen Gefäßerweiterung entgegen wirkt. Beim Hörsturz kommt die HBO als zusätzliche Methode zur Anwendung, neben Infusionen, die durchblutungsfördernd wirken. Die Chancen, ein chronisch Werden der Erkrankung zu verhindern, sollen dadurch deutlich erhöht sein.
Etwa 30 Sitzungen veranschlagen die Ärzte für eine erfolgreiche Behandlung. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Behandlung bisher nicht. Privatpatienten allerdings haben gute Chancen, den Antrag auf eine Therapie bei ihrer Kasse genehmigt zu bekommen. (rl)
Quelle: Sächsische Zeitung
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