Migräne wird wahrscheinlich von Stickstoffmonoxid ausgelöst
(10. Oktober 2003) Eine neue These über die Entstehung von Migräne beschäftigt die Fachwelt. Experten vermuten, dass Stickstoffmonoxid (NO) für die Erkrankung mitverantwortlich sein könnte. Dies erläuterten Professor Karl Messlinger aus Erlangen und Andreas Straube aus München auf dem Deutschen Schmerzkongress in Münster.
Stickstoffmonoxid ist ein Molekül, das aus einem Stickstoff- und einem Sauerstoffatom besteht. Im Organismus fungiert es als Botenstoff, der Signale zwischen den Zellen überträgt. Bei Versuchen hat sich nach Angaben der Forscher herausgestellt, dass Patienten nach der Einnahme bestimmter Medikamente Migräne-Attacken bekommen hätten. Dies führen die Mediziner darauf zurück, dass die verabreichten Substanzen (z.B. Nitroglycerin oder auch Histamin) die Produktion von NO im Körper bewirkten. Wie es scheint, erweitert NO die Gefäße im Gehirn und verstärkt zusätzlich den Schmerz. Die genauen molekularen Mechanismen, über die NO Migräne auslöst, sind jedoch noch unbekannt.
Daraus ergeben sich zwar neue Therapieansätze, die jedoch auch Probleme in sich bergen. Wie Messlinger und Straube erklärten, reiche es nicht aus, die körpereigene Produktion des Botenstoffes zu hemmen, da sich dies negativ auf die Gedächtnisleistung auswirke. Andere Studien, bei denen NO-Hemmer intravenös verarbreicht wurden, konnten die Kopfschmerzen zwar signifikant reduzieren, führten aber auch zu schweren Nebenwirkungen. So stieg der Blutdruck stark an und der Puls fiel ab. Bis zu einer wirksamen Umsetzung der neuesten Erkentnisse werden den Experten zufolge noch Jahrzehnte vergehen. as
Quelle: netdoktor /Deutscher Schmerzkongress
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