Pestwurz mildert Migräne-Attacken

Auch präventiv ist der pflanzliche Wirkstoff äußerst effektiv

(21. Februar 2003) Naturheilmittel erfreuen sich in letzter Zeit wieder großer Beliebtheit. In Vergessenheit geratene Pflanzen erleben eine Renaissance. Dazu gehört auch die Petasites hybridus, im Volksmund bekannt als Pestwurz. Der Name geht auf die Verwendung der Pflanze im Mittelalter als Pestheilmittel zurück. Als Migräne-Medikament macht sie derzeit von sich reden.
Mehrere Studien belegen die krampflösende und schmerzlindernde Wirkung, und den präventiven Effekt der Pestwurz.

So erprobte Dr. Raymund Pothmann vom Evangelischen Krankenhaus Oberhausen die Wirkung an migränekranken Kindern zwischen sechs und 17 Jahren. Das Ergebnis ist eindeutig: Bei bis zu 95 Prozent der Teilnehmer halbierte sich die Anzahl der Migräneattacken; ungefähr zwei Drittel sprachen von einer deutlichen Verkürzung der Attackendauer. Von den insgesamt 108 teilnehmenden Kindern und Jugendlichen berichteten nur fünf von leichten Nebenwirkungen, meist Schluckauf.
Andere Untersuchungen zeigen ähnliche Ergebnisse. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Klinikums München-Harlaching zeigt bei 77 Prozent der Patienten Erfolg.

Die Ärzte gehen davon aus, dass die Pflanze auf die Blutgefäße im Hals- und Kopfbereich wirkt, und so den Spannungskopfschmerz nimmt. Außerdem soll sie eine Hemmung der Leukotriensynthese bewirken. Leukotriene sind körpereigene Substanzen, die für Entzündungen im Körper mitverantwortlich sind.
Damit steht die Pestwurz in ihrer Wirkung den handelsüblichen Migräne-Medikamenten um nichts nach. Im Gegenteil, die Verträglichkeit ist wie bei den meisten natürlichen Arzneien deutlich besser, als bei chemischen Medikamenten.

Da die Pestwurz giftige Pyrrolizidinalkaloide enthält, sollte sie nicht als Teeaufguss verarbeitet werden. Bei der Therapie sollte man besser auf Präparate setzen, deren Extrakt von den Alkaloiden gereinigt wurde. Die dementsprechenden Arzneien gibt es in der Apotheke. (mp)


Quelle: Medical-Tribune





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