Lust auf Süßes vielleicht nur Vorbote einer Migräne
(19. März 2003) Die Bedeutung von Lebensmitteln in Bezug auf Migräne wird nach Ansicht der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) überschätzt. „Migräne ist definitiv keine Allergie“, sagt Dr. Arne May, Generalsekretär der DMKG. Daher sei der strikte Verzicht auf bestimmte Lebensmittel nicht notwendig.
Aber auch Anhänger der Theorie, dass Nahrungsmittel Trigger (Auslöser) von Migräne sind, differenzieren immer stärker: Als hochgradig verdächtig, die gefürchteten Schmerzattacken auszulösen, gelten nach neuesten Erkenntnissen solche Lebensmittel, die durch Lagern, lange Reifezeiten oder Verarbeitung mit Mikroorganismen verändert werden.
Darunter fallen Hartkäse-Sorten wie Parmesan oder Appenzeller, Sauerkraut, Rotwein, Gewürze und Salami. Solche Lebensmittel enthalten nämlich eine große Anzahl so genannter
biogener Amine (stickstoffhaltige Verbindungen wie Tyramin und Histamin), die für Schmerzattacken bei Betroffenen sorgen.
Bei vielen Migräne-Patienten provoziert der Geschmacksverstärker
Glutamat, der vielfach in asiatischen Gerichten vorkommt, Kopfschmerzen. Andere reagieren auf Nitrite und Nitrate, die in Pökelsalz enthalten sind, empfindlich.
Möglicherweise überflüssig ist nach Expertenmeinung die Angst vor Schokolade. Zwar enthält der braune Seelentröster auch die gefürchteten biogenen Amine. Aber da vor Migräneattacken häufig Heißhunger auf Süßes beobachtet wird, wissen Biologen nicht, ob die Lust auf Schokolade wirklich eine Ursache oder nur eine Begleiterscheinung ist.
Kalte Getränke, die schon den einen oder anderen Migräne-Anfall verursachten, wurden indes als pure physikalische Reizfaktoren erkannt. Nicht, was in den Getränken ist, sondern die Kälte aktiviert bei manchen Migräne-Betroffenen den Trigeminus-Nerv. NH
Quelle: lifeline
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