Frühzeitige Therapie verkürzt Dauer von Attacken
(24. April 2003) Migräne ? die Diagnose bedeutet für die Betroffenen meist einschneidende Veränderungen im Alltag. So müssen bei Attacken mitunter Aktivitäten und Arbeiten abgebrochen werden. Drei Viertel der Kopfschmerzgeplagten werden mehrmals monatlich von einem Anfall heimgesucht. Fast ein Drittel leiden mehrere Tage darunter. Wer rechtzeitig, das heißt früh, eine Triptantherapie ansetzt, kann seine Lebensqualität nachhaltig steigern.
Professor Gunther Haag von der Michael-Balint-Klinik in Königsfeld sagte auf dem Schmerztag in Frankfurt am Main, dass sich die Betroffenen besonders von den Schmerzen beeinträchtigt fühlen. Weiter bemerkte er, dass sich dennoch nur etwa jeder Dritte der zirka acht Millionen Migränekranken in Deutschland in ärztlicher Behandlung befände. Als Gründe hierfür nannte Haag auf einer Veranstaltung des Unternehmens MSD u. a. die Bagatellisierung der Krankheit, die Frustration seitens der Patienten bezüglich der (Nicht- ) Heilungschancen, sowie die Unzufriedenheit über den Stand der Entwicklung neuer, wirksamer Medikamente.
Da Triptane als spezifische Migränetherapie die Einschränkungen im Alltag verringern könnten, empfiehlt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft Triptane als Medikament der ersten Wahl. Dies gilt für mittelschwere bis schwere Attacken.
Professor Gunther Haag betonte außerdem, dass eine Therapie möglichst frühzeitig begonnen werden sollte. Die Dauer der Migräneattacken könne so verkürzt werden. Bei 30 Prozent der Betroffenen dauert eine Attacke bis zu 14 Stunden, bei weiteren fast 30 Prozent ein bis drei Tage und bei fünf Prozent mehr als drei Tage. (cf)
Ärztezeitung
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