Medikament aus der Schönheitschirurgie wies den Weg
(21. August 2003) Dr. Bahmann Guyuron von der Zeeba Klinik in Ohio stieß durch Zufall auf ein Mittel gegen Migräne. Bei Schönheitsoperationen kommt gelegentlich das muskellähmende Medikament Botulinumtoxin zum Einsatz, das bei der Entfernung von Falten angewandt wird. Gleichzeitig wirkte es auf Patienten, die unter Migräne litten und nach der Schönheitsoperationen ganz unerwartet von ihrem Kopfschmerz befreit waren.
Eine Studie versuchte den Zusammenhang zu klären und nimmt für sich in Anspruch, den Erfolg von Botulinumtoxin bei 21 von 22 Patienten zu belegen. Die Wirkung ist allerdings zeitlich begrenzt.
Einen dauerhaften Erfolg bei Migränepatienten brachte dann offenbar die Entfernung oder Durchtrennung einiger Muskelstränge im Stirn und Nackenbereich, die zuvor auf das Medikament ansprachen.
Die Methoden, sowohl die Anwendung von Botulinumtoxin als auch die operativen Eingriffe, sind in der Fachwelt umstritten. Es könnte sich ebenso um einen Placebo-Effekt handeln. Die Verfahren wurden offenbar noch nicht ausreichend erprobt und erforscht, um gesicherte Erkenntnisse vorweisen zu können. Ob die radikale Methode tatsächlich eine wirksame Therapie darstellt, ist schon deshalb fraglich, weil sich die Entstehung der Migräne nach wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht unmittelbar auf die eventuell beteiligten Muskelstränge zurück führen lässt. (rl)
Quelle: meOme.de und bz-berlin
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