Unheilige Allianz

Migräne und Depressionen begünstigen sich wechselseitig

(27. Juni 2003) Wer an Migräne leidet, könnte auch von Depressionen heimgesucht werden. Diese Korrelation gilt zugleich umgekehrt. Dass sich beide Krankheitsbilder gegenseitig beeinflussen, haben US-amerikanische Wissenschaftler herausgefunden. Über die Ursachen spekulieren die Forscher noch. Das Team um Dr. Naomi Breslau vom Department of Psychiatry am Henry Ford Health System in Detroit führte über den Zeitraum von zwei Jahren eine entsprechende Studie durch. Daran nahmen 1286 Personen im Alter zwischen 25 und 55 Jahren teil. 496 von ihnen litten an Migräne, 151 wurden von schweren Kopfschmerzen ähnlicher Intensität geplagt. Beschwerdefrei waren 539 Probanden (Kontrollgruppe).

Alle Teilnehmer unterzogen sich einem Erstinterview. Zwei Jahre später wurden sie erneut befragt. Dabei stellte sich heraus, dass sich unter den Migräne-Patienten bei fünfmal mehr Personen eine Depression entwickelt hatte als in den Vergleichsgruppen. Umgekehrt litten Depressive inzwischen dreimal mehr an Migräneattacken. Die Forscher wiesen darauf hin, dass der Zusammenhang nur bei Migräne, nicht jedoch bei anderen Kopfschmerzen relevant sei. Zugleich sehen sie keinen Hinweis dafür, dass immer wiederkehrende Migräneattacken auf psychologischer Ebene Depressionen hervorrufen können.

Über die Ursachen sind sich die Psychiater noch nicht einig. Sie vermuten, dass Störungen im Hormonhaushalt oder im Neurotransmittersystem dafür veranwortlich sein könnten.

Die Ärzte empfehlen auf Grund der Studienergebnisse, dass Patienten mit einer Depression oder Migräne immer zugleich auf die jeweils andere Krankheit hin untersucht werden sollten. Auch die Therapie müsse sich an einer Linderung der Symptome beider Krankheiten orientieren. as

Quelle: multimedica





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