Selbstmedikation birgt langfristige Risiken
Da in Deutschland im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten Triptane zur Behandlung von Migräne eher selten vom Arzt verschrieben werden, greifen viele Patienten zur Selbstmedikation. Dies ist bei leichten Anfällen auch durchaus empfehlenswert, doch es gibt dabei selbstverständlich Einiges zu beachten.
Da bei Migräne die Magen-Darm-Muskulatur häufig beeinträchtigt ist, empfiehlt sich bereits 15 Minuten vor Einnahme eines Schmerzmittels ein Mittel gegen Übelkeit anzuwenden. Domperidon oder Metoclopramid, als Zäpfchen oder Tropfen eingenommen, sorgen für die Aufnahme der Schmerzmittel durch den Darm.
Die Hausapotheke bietet anschließend für Migränepatienten die frei verkäuflichen Präparate Acetylsalycinsäure (ASS), Paracetamol und Ibuprofen. Bei allen ist die Einnahme der vollen Dosis – in der Regel zwei Tabletten – gleich zu Beginn der Migräneattacke wichtig. Um eine schnellere Wirkung zu erreichen, sollte ASS als Brausetablette eingenommen werden, Paracetamol ist gerade bei Übelkeit in Zäpfchenform zu empfehlen.
Trotz der freien Verfügbarkeit bergen alle Schmerzmittel Risiken, wenn sie regelmäßig und in hohen Dosen eingenommen werden. Mehr als vier bis sechs ASS- oder Paracetamoltabletten pro Tag sollten keinesfalls eingenommen werden. Bei zu häufiger Anwendung geht der sich selbst behandelnde Patient das Risiko chronischen Medikamentenkopfschmerzes ein. Außerdem müssen die auf den Beipackzetteln angeführten Risiken unbedingt beachtet werden. (ca)
Quelle: Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft
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