Wirkstoff gegen Epilepsie beugt Migräne vor

Vorteile gegenüber anderen Medikamenten

(03. September 2003) Der zur Behandlung von Epilepsie eingesetzte Wirkstoff Topiramat ist offenbar auch zur Vorbeugung von Migräneattacken geeignet. Das ergab eine vom Nashville Neurosciences Center in Tennessee durchgeführte Studie mit rund 480 Migränepatienten.

In der 26-wöchigen Testphase erhielten die Patienten im Alter zwischen 12 und 65 Jahren täglich entweder 50, 100, 200 mg Topiramat oder ein Placebo. Bei 49 Prozent der Testpersonen, die 100 mg des Wirkstoffs verabreicht bekamen, verringerten sich die Migräneattacken um die Hälfte, während 200 mg bei 47 Prozent und 50 mg bei 39 Prozent zu einer Besserung führten. In der Testgruppe, die Placebos einnahm, lag der Anteil hingegen bei 19 Prozent.

Der Wirkstoff Topiramat hatte zudem einen angenehmen Nebeneffekt für viele Testpersonen: Patienten, die 100 bzw. 200 mg verabreicht bekamen, verloren im Durchschnitt 3,3 bzw. 4,5 Prozent ihres Körpergewichts. Damit sei das Medikament anderen Mitteln zur Vorbeugung von Migräne überlegen, sagte Dr. Jan Brandes, die die Studienergebnisse auf dem Jahrestreffen der American Academy of Neurology präsentierte. Denn zwei der wichtigsten Mittel, die bisher zur Migräneprophylaxe eingesetzt wurden, führten zu enormen Gewichtszunahmen. (jr)

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