Alles über Migräne und auratische Erscheinungen

Migräne und Aura


  1. Migräne mit Aura


  2. Migräne ohne Aura


  3. Aura ohne Kopfschmerzen


1. Migräne mit Aura


Allgemein leiden 15 Prozent der Migränebetroffenen an einer so genannten klassischen Migräne, der Migräne mit Aura (griechisch: der Schein). Die typische Symptomatik beschreibt eine Phase verschiedener Wahrnehmungsveränderungen, die mehrere Stunden andauern kann und der eigentlichen Schmerzattacke vorausgeht. Der medizinischen Fachwelt sind sogar Fälle von Migräne bekannt, bei denen die Aura eine Woche lang anhält. Im geschichtlichen Rückblick werden beispielsweise die exstatischen Halluzinationen oder Eingebungen der Hildegard von Bingen als Migräneaura gedeutet. Aura bezeichnet ebenfalls Symptome wie Gereiztheit oder plötzliche Müdigkeit, die mit der herannahmenden Migräne im direkten Zusammenhang stehen.

Bei ungefähr zwei Drittel der Migränepatienten treten auratische Erscheinungen auf. Als auratische Erscheinungen werden:

  • Blitze, Wellen, Flimmersehen, Farben (Skotomsehen)
  • Zackensehen (die sogenannten Fortifikationsspektren)
  • Blickfeldeinengungen
  • und Verschattungen der Sicht in Form von blinden Flecken und Leerstellen bezeichnet.


  • Es gibt ebenfalls nicht visuelle Auren, die der Migräneattacke vorausgehen:
  • Sprachstörungen
  • Kribblen in den Gliedmaßen
  • leichte Lähmungserscheinungen


  • In der medizinischen Fachwelt wird angenommen, dass die Aura durch eine fortschreitende, erhöhte Aktivität der Großhirnrinde ausgelöst wird. Pathologisch lässt sich die Aura als neurologische Reizerscheinung beschreiben. Je nach Lokalisierung der Nervenreizung in der Großhirnrinde kommt es zu abnormen visuellen, akustischen, taktilen oder motorischen Symptomen.

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    2. Migräne ohne Aura

    Ob Sie an Migräne oder anderen Kopfschmerzen leiden, erkennen Sie vor allem daran, dass die Schmerzen in Attackenform auftreten und von vier bis zu 72 Stunden andauern. Der klopfende, pulsierende und bisweilen pochende Schmerz tritt in der Mehrzahl einseitig auf. Wenn der Betroffene körperlich aktiv ist, verstärken sich die Migränekopfschmerzen zunehmend.

    Während einer Attacke ist der Betroffene derart im Schmerz gefangen, dass alle Alltagsaktivitäten stark begrenzt bis unmöglich werden. Migräne wird in den meisten Fällen von vegetativen Symptomen, wie Übelkeit und Erbrechen begleitet. Häufig klagen die Patienten über Licht- und Lärmempfindlichkeit, aber auch Geruchs- und Geschmacksstörungen können während der Schmerzattacke auftreten.

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    3. Migräneaura ohne Kopfschmerzen

    In seltenen Fällen kann es zu Attacken kommen, die ausschließlich aus auratischen Symptomen bestehen und keinerlei Kopfschmerz mit sich bringen. Der Mensch leidet dann vorübergehend an neurologischen oder psychischen Symptomen, wie sie oben (Migräne mit Aura) bereits ausführlich beschrieben wurden.

    Für den Arzt ist eine Migräne ohne Kopfschmerz schwer zu diagnostizieren, da die Symptome stark denen eines epileptischen Anfalls sowie einer vorübergehenden Durchblutungsstörung im Gehirn - eine so genannte TIA, transiente ischämische Attacke - ähneln. Um Epilepsie oder einen Gehirntumor auszuschließen, ist die Anfertigung einer Computertomographie des Gehirns sinnvoll. Sollte die Ursache jedoch nicht gefunden werden, ist von einer wiederholten Untersuchung abzuraten.

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