Betablocker

Neben den nicht-medikamentösen Möglichkeiten gibt es verschiedene pharmakologische Alternativen zur Prophylaxe von Migräneattacken. In der Regel wird man diese aber erst bei Patienten mit mehr als drei Attacken pro Monat oder besonders schweren und langanhaltenden Attacken diskutieren. Am besten untersucht und in der Regel erste Wahl ist die Gabe eines Betablockers (Propranolol, Metoprolol oder seltener eingesetzt Atenolol). Die Therapie sollte nur langsam steigernd begonnen werden, wobei für Metoprolol eine Dosierung von 100-200 mg täglich anzustreben ist. Mit einer Wirkung ist frühestens nach vier bis sechs Wochen zu rechnen; etwa 70 Prozent der Patienten zeigen eine 50prozentige Reduktion ihrer Attackenfrequenz. Nach etwa neun Monaten Therapie sollte die Indikation für eine Prophylaxe durch einen Absetzversuch kontrolliert werden.

Betablocker senken den Sauerstoffbedarf des Herzmuskels dadurch, dass sie die Herzfrequenzsteigerung durch Stress oder Belastung, den damit verbundenen Blutdruckanstieg und die Pumpleistung (Herzminutenvolumen) bremsen.

Als Nebenwirkungen treten relativ häufig Schwindel, Benommenheit und Verlangsamung des Pulses auf. Weniger häufig sind Atembeschwerden und Verwirrtheitszustände (besonders bei älteren Menschen). Betablocker können außerdem die Sexualität einschränken, wie z.B. durch Potenzstörungen. Wer an Asthma, Diabetes oder Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen leidet, sollte Betablocker zur Migräneprohylaxe nicht verwenden.



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