Biofeedback

Das Biofeedback


  1. Was ist Biofeedback?


  2. Wie hilft Biofeedback bei Migräne




1. Was ist Biofeedback?

Wenn unbewusst ablaufende Körpersignale (Puls, Atmung etc.) durch Rückmeldung eines gemessenen Biosignals wahrnehmbar gemacht werden. wird dieser Vorgang Biofeedback genannt. Die Rückmeldung (Feedback) erfolg meist in Form eines visuellen oder akustischen Feedbacks. Das faszinierende daran ist, dass sich derart rückgemeldete Signale, mittels Gedanken, willentlich in eine gewünschte Richtung ändern lassen. Die Fähigkeiten fernöstlicher Yogis und Fakire, die auf Grund ihrer Beherrschung von Geist und Körper in der Lage sind, ihren Herzschlag zu vermindern oder kurzfristig anzuhalten, Blutdruck und Körpertemperatur zu senken und ihren Hautwiderstand und ihre Gehirnwellen beliebig zu manipulieren, sind wissenschaftlich bestätigt. Mit der Biofeedback-Methode ist es für Jeden möglich, diese Fähigkeiten in kürzester Zeit zu erwerben. Medizinisches Ziel der Methode ist es, seine körperlichen "Betriebsbedingungen" wie den Pulsschlag, die Atmung oder die Körpertemperatur, durch den eigenen Willen konstant zu halten. Das bedeutet auch, die Fähigkeit zu erlangen, den Normalzustand nach einer Störung wiederherzustellen. Unter normalen Umständen hat unser Körper ein perfekt funktionierendes System der Selbstregulation darstellt. Selbstkontrolle mit Biofeedback strebt an, diesem natürlichen Vermögen der Selbstregulation des Körpers wieder zur vollen Wirksamkeit zu verhelfen.

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2. Wie hilft Biofeedback bei Migräne

Es ist nachgewiesen, dass zu Beginn der Migräneattacke die Gefäße (vor allem im Hinterkopfbereich) verengt sind. Im weiteren Verlauf und vor allem während der Schmerzphase sind die Gefäße jedoch wieder erweitert, gedehnt und sehr variabel. Die Änderungen der Gefäßweite führen zur Freisetzung verschiedener Entzündungsstoffe, die dann die Schmerzrezeptoren aktivieren. Deshalb ist es sinnvoll die Gefäße zu verengen und den Durchmesser konstant zu halten, um die Freisetzung der Entzündungsstoffe (Neuropeptide) zu verhindern. Aus diesem Grund werden häufig Migränemedikamente eingesetzt, die dies chemisch bewirken, sogenannte Vasokonstriktiva. Viele Migräniker sprechen allerdings nicht auf die Medikamente an. Und viele Menschen möchten so weit es geht auf Medikamente verzichten und sich lieber aktiv an ihrer Genesung beteiligen. Mit Hilfe eines so genannten Biofeedback-Vasokonstriktions-Trainings kann jeder lernen seine Gefäße, wenn nötig, willentlich zu verengen.

Mit einem kleinen optischen Sensor wird der Blutvolumenpuls an der Schläfenarterie als Indikator für die Gefäßweite gemessen. Gleichzeitig nehmen die Elektroden an der Stirn die elektrische Spannung der Kopfmuskulatur ab. Als Rückmeldesignal eignet sich bestenfalls ein Kreis oder ein dreidimensionaler Ring, der dem Patienten auf einem Bildschirm dargeboten wird. Dieser stellt den Gefäßdurchmesser dar. Den Durchmesser dieses Feedbacksignals zu verändern ist das Ziel der Therapie. Beim Vasokonstriktionstraining lernen die Klienten die Gefäße willentlich zu verengen und dabei die Muskelspannung niedrig zu halten.

Die Patienten müssen versuchen, durch Gedanken und emotionale Situationen und Stimmungen Körperprozesse auszulösen, die zu einer kurzzeitigen Blutgefäßengstellung führen. Der Erfolg derartiger Veränderungen des Durchmessers der Schläfenarterie kann direkt auf einem Bildschirm verfolgt werden. Um eine Migräneattacke auf diesem Weg erfolgreich zu unterdrücken, sollte diese Blutgefäßengstellung mehrere Minuten aufrecht erhalten werden. Dies zu erlernen setzt erfahrungsgemäß bis zu 10 Sitzungen voraus.

Der entscheidende Vorteil der Biofeedbackverfahren ist, dass die aktive Rolle des Patienten im therapeutischen Prozess gefördert wird. Der Patient kann seine Fortschritte auf eigenes Training und Bemühen zurückführen. Er gerät so aus der passiven Rolle, die er beispielsweise bei der Erwartung der Wirkung eines eingenommenen Arzneimittels innehat, heraus. Dies wirkt sich grundsätzlich positiv auf den Behandlungserfolg aus. Darüber hinaus wird mit Biofeedback das Verständnis für körperinterne Vorgänge gezielt geschult wird. Die Rückmeldung physiologischer Parameter unter verschiedenen Bedingungen ermöglicht, Zusammenhänge zwischen psychischen und körperlichen Reaktionen auf bestimmte Situationen zu erkennen. Wenn die nächste Migräneattacke naht, hat der Patient selbst zu jeder Zeit die Möglichkeit, sich selbst zu helfen. Durch diese Erfahrungen schwindet das Gefühl, der Attacke machtlos ausgeliefert zu sein. Ein weiterer erfreulicher Effekt dabei ist, dass die Migräneattacken sehr viel seltener werden.

Die Kosten für eine Biofeedback-Therapie werden von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen. Manche Private Krankenversicherungen kommen dafür auf.

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