| Medikamentenkopfschmerz |
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1. Allgemeines Medikamente, die uns eigentlich helfen sollen, besitzen, wegen der häufig vorhandenen Nebenwirkungen, auch ihre Schattenseiten. Zur Migräneprophylaxe kommen in der Regel so genannte Triptane zum Einsatz. Allerdings besteht auch bei Medikamenten, vor allem bei Schmerzmitteln, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, bei übermäßiger Einnahme die Gefahr, an medikamentenbedingtem Kopfschmerz zu erkranken. Wenn ein Kopfschmerz regelmäßig auftritt, und die Merkmale eines Spannungskopfschmerz besitzt, muss zuerst untersucht werden, ob eingenommene Medikamente als Auslöser in Frage kommen. Selbst Schmerzmittel wie ASS, Paracetamol, oder Ibuprofen können in einer Dosierung von zehn bis 15 Einnahmen pro Monat chronische Schmerzen hervorrufen. Doch in der Regel führen die Monosubstanzen eher selten zu Dauerkopfschmerz. Seitenanfang >2. Ursachen und Gefahren Die Mechanismen, die dem Medikamentenkopfschmerz zugrunde liegen, sind weitgehend ungeklärt. Bei Einnahme von Mutterkornalkaloiden entstehen Kopfschmerzen beispielsweise besonders dann, wenn deren Spiegel im Blut absinkt. Der Patient glaubt, eine Migräneattacke stünde bevor, und nimmt vorsorglich noch eine Schmerztablette. So beginnt der Teufelskreis der körperlichen Medikamentenabhängigkeit. Jährlich verbraucht statistisch gesehen jeder Deutsche an die 60 Tabletten zur Bekämpfung von Schmerzen, was insgesamt einen Schmerzmittelkonsum von 20 Millionen Packungen ergibt. Experten gehen davon aus, das circa 60 Prozent der gekauften Mittel ohne ärztlichen Rat eingenommen werden, um Schmerz- und Migräneattacken schnell unter Kontrolle zu bekommen. Häufig wird bei heftigen Kopfschmerzen auch zu den so genannten Analgetika gegriffen. Sind Betroffene jedoch unachtsam bezüglich Häufigkeit und Dosierung der Tabletten, können sich schnell chronische Dauerschmerzen einschleichen. Diese können sich dann mit den ursprünglichen Beschwerden überlagern und sind daher schwer zu erkennen. So werden trotz oder gerade wegen eigenhändiger Behandlung die schmerzfreien Tage immer seltener; diffuser, pochend-drückender Schmerz begleitet die Menschen dann schon in den Morgenstunden gleich nach dem Erwachen. Der einzige Unterschied zum Migränekopfschmerz liegt in der Schmerzqualität: Denn Dauerkopfschmerz tritt nicht in Attacken auf und besitzt eine latente, gleichbleibend dumpfe Intensität. Typisch ist, daß es zwischen zwei bis zehn Jahre dauert, bis sich das Vollbild entwickelt hat, bei dem tägliche Kopfschmerzen die Regel sind. Außerdem sind Frauen wesentlich häufiger davon betroffen als Männer. Hier ist es unabdingbar, den Teufelskreis der körperlichen Medikamentenabhängigkeit zu erkennen und im zweiten Schritt bewusst dagegen vorzugehen. Sprechen Sie bei Verdacht auf eine körperliche Abhängigkeit durch zu häufige Tabletteneinnahme unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt! Dieser wird Sie beraten und unterstützen, einen Entzug einzuleiten und erfolgreich durchzuführen! Der erste Schritt eines Entzuges ist das Absetzen des Medikaments. Seitenanfang >3. Der Abstinenzschmerz Bei Kombinationspräparaten, wie beispielsweise dem starken Ergotamin, leiden Patienten nach Absetzen des Medikaments häufig unter Schmerzen, die durch die Abwesenheit der Wirkstoffkombination hervorgerufen werden. Die kritische Wochendosis liegt für Ergotamin bei 5 mg. Bei höherer Dosierung droht der Ergotamin-Kopfschmerz. Des weiteren kann als Kehrseite des Teufelskreises im schlimmsten Fall noch der so genannte Abstinenzschmerz hinzukommen. Vor allem bei der Behandlung einer starken Medikamentenabhängigkeit klagen die Betroffenen während des Entzugs neben Übelkeit und Übellaunigkeit vor allem über weitere Kopfschmerzen. Diese entstehen durch die Gewöhnung des Körpers an einen ständigen Pegel schmerzunterdrückender Substanzen. Wie bei anderen Suchten antwortet der Körper auf den Mangel mit diversen Stress- und Schmerzreaktionen. Seitenanfang Weitere Gesundheitsratgeber für sie verfügbar: Zahnratgeber Augenratgeber Gehörratgeber Allergienratgeber Haarausfallratgeber Migräneratgeber Naturheilkunderatgeber Plastische-Chirurgie-Ratgeber Rückenschmerzen-Ratgeber Depressionen-Ratgeber |