| Neuraltherapie |
1. Was ist Neuraltherapie? Die Neuraltherapie ist eine Behandlung durch und mit Spritzen (Injektionsbehandlung) mit Lokalanästhetika (Mittel für örtliche Betäubung). Die Behandlungsmethode wurde 1925 von den Brüdern Dr. Ferdinand und Dr. Walter Huneke durch einen Zufall entdeckt. Sie spritzten ihrer Schwester versehentlich ein procainhaltiges Mittel intravenös (in die Vene). Ihre jahrelange Migräne verschwand vollständig und dauerhaft.Das bereits 1905 entdeckte Procain ist auch heute noch das wichtigste Neuraltherapeutikum. Außer Procain werden heute aber auch andere Lokalanästhetika wie Lidocain oder Mepivacain verwendet. Der Neuraltherapeut spritzt diese nervenwirksamen Mittel in bestimmte Zonen des Körpers (Nerven, Muskeln, Gelenken oder in die Haut), um an anderer, nicht unbedingt zugänglicher Stelle eine Heilung zu erzielen. Die Wirksamkeit der Neuraltherapie beruht dabei weniger auf der direkt betäubenden Wirkung des Procains, sondern darauf, dass übergeordnete Regelkreise des Körpers beeinflusst werden. Über das Nervensystem, das durch einen Strom ständig fließender Impulse alle Bereiche unseres Körpers miteinander verbindet, kommt es zu einer Umstimmung des Stoffwechsels und zur Neuregulation der Körperrhythmen. Neben der Schmerztherapie ist die Neuraltherapie deswegen auch bei funktionellen Störungen ein besonders wertvolles Therapieverfahren. Seitenanfang 2. Wie funktioniert Neuraltherapie bei Migräne? Die Neurotherapie geht grundsätzlich davon aus, dass Migräne auch durch sogenannte Störfelder ausgelöst werden kann. Störfelder sind veränderte Gewebe, die Erkrankungen in weiter Ferne des Störfelds entstehen lassen können. So könnte zum Beispiel eine Narbe am Fuß Ursache für Migräne sein. Die Krankenbefragung (Anamnesegespräch) ist somit das wichtigste Hilfsmittel, um solche Störfelder zu finden. An den vermuteten Störfeldern wird dann ein Anästhetikum injiziert. In seltenen Fällen kann man schon mit einer Störfeldunterspritzung eine Heilung in Sekundenschnelle erleben (Sekundenphänomen oder Huneke-Phänomen), meist sind jedoch mehrere Injektionen nötig. Seitenanfang 3. Vorteile und Nebenwirkungen Die großen Vorteile der Neuraltherapie sind ihre einfache Durchführbarkeit, die große Wirksamkeit, die geringen Nebenwirkungen und nicht zuletzt der geringe Preis. Es werden keinerlei teure Apparate benötigt. Als geringen Nachteil mag mancher Patient vielleicht die zahlreichen Injektionen ansehen, die aber durch Verwendung des Anästhetikums meist schmerzarm sind. Die Neuraltherapie ist auf die Mitarbeit des Patienten, insbesondere bei der gründlichen Krankenbefragung, angewiesen. Seitenanfang 4. Kosten und Übernahme durch die Krankenkassen Seitens der gesetzlichen Krankenversicherungen werden lediglich die Kosten für die neuraltherapeutischen Behandlungen übernommen. Privatversicherte können davon ausgehen, dass ihre Kasse die gesamten Kosten trägt. Gleiches gilt für die Beihilfe. Wer sich die Neuraltherapie selbst finanzieren möchte, muss mit Kosten zwischen zehn und 20 Euro pro Behandlung rechnen. Seitenanfang Weitere Gesundheitsratgeber für sie verfügbar: Zahnratgeber Augenratgeber Gehörratgeber Allergienratgeber Haarausfallratgeber Migräneratgeber Naturheilkunderatgeber Plastische-Chirurgie-Ratgeber Rückenschmerzen-Ratgeber Depressionen-Ratgeber |