Progressive Muskelentspannnung

Progressive Muskelentspannnung (PMR) nach Jacobson


  1. Was ist PMR?


  2. Das Ziel der Behandlung


  3. Die Durchführung




1. Was ist PMR?

Zu Beginn des letzten Jahrhunderts beschäftigte sich der US-amerikanische Arzt und Physiologie Edmund Jacobson mit den Wechselwirkungen zwischen Muskelanspannungen und psychischen Zuständen, wie Unruhe, Angst und Depression.

Jacobson beobachtete, dass die allgemeine Muskelspannung, der so genannte Muskeltonus, immer mehr (progressiv) abnimmt, wenn die Muskeln kurz und intensiv angespannt und dann wieder entspannt werden. Auf Grund seinen Beobachtungen kam er zu der Erkenntnis, dass die bewusste Arbeit mit einzelnen Muskelpartien eine sowohl körperliche als auch seelische Entspannung bewirken kann.
1929 stellte er dann seine Methode der progressiven Muskelentspannung der Öffentlichkeit vor. Die stark körperbezogene Entspannungsmethode der progressiven Muskelarbeit ist vielfältig einsetzbar und für Jeden leicht zu erlernen. Medizinisch kontrollierte Studien der letzte Jahrzehnte haben bewiesen, dass sich mit der Entspannungsmethode vor allem bei psychosomatischen Störungen, wie auch bei Kopf- und Gliederschmerzen, Angst und Schlafstörungen positive Erfolge erzielen lassen.

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2. Das Ziel der Behandlung

Durch regelmäßige, kurze PMS-Übungen wird die eigene Wahrnehmung geschult und so empfänglicher, eventuelle Muskelverspannungen frühzeitig zu erkennen. Das Therapieziel sieht vor, Anspannung aktiv und eigenhändig entgegenzuwirken.

Gleichzeitig kommt es zu einer Beruhigung des sympathischen und zu einer Anregung des parasympathischen Nervensystems. Durch ein derart beeinflusstes Gleichgewicht werden Muskeltonus, Herz- und Atemfrequenz aber auch der Blutdruck gesenkt. Die Durchblutung der Hautgefäße an Füßen und Händen hingegen steigert sich.

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3. Die Durchführung

Zu Beginn muss der Anwender Anspannungs- und Entspannungszyklen für die jeweiligen Muskelgruppen erlernen. Das Grundmuster verläuft dabei immer ähnlich:

  • Zunächst wird eine Muskelgruppe während fünf bis sieben Sekunden angespannt. Dabei achtet der Patient auf seine bewusste und langsame Atmung.
  • Dann wird der Muskel wieder entspannt. Die Phase der Entspannung sollte mindestens 20 Sekunden andauern
  • Während der Entspannungsphase konzentriert sich der Patient auf seine Empfindungen.
  • Er wiederholt den An- und Entspannungszyklus mit 16 verschiedenen Muskelgruppen und prägt sich die Empfindungen ein.

Die vier Schritte der Methode beruhen auf der Entwicklung eines "Muskelsinnes", der bewussten Entspannung einer Muskelgruppe, der gleichzeitigen Entspannung mehrerer Muskelgruppen. Ebenso wichtig ist die bewusst langsame und regelmäßige Atmung.

Es wird empfohlen, das Verfahren zwei Mal täglich jeweils mindestens zwanzig Minuten durchzuführen. Der Patient richtet dabei seine ganze innere Konzentration auf die körperlichen Sensationen von angespannten und entspannten Muskeln. Durch dieses innere Lesen treten die Wechselwirkungen besser ins Bewusstsein, die entspannende Unterstützung des Körpers kann so in Stress- und Belastungssituationen schnell und effektiv angewendet werden. Mit fortschreitender Übung verkürzt sich die Anwendungszeit, da verschiedene Muskelgruppen gleichzeitig behandelt werden können.

Schmerzpatienten müssen vor allem darauf achten, die Muskelgruppen während den Übungen nur so leicht anzuspannen, dass sie sie wahrnehmen können. Zu starke Anspannung sollte unebdingt vermieden werden, da sie die vorhanden Schmerzen kurzzeitig verstärkt und so wiederum weitere Verspannungen hervorrufen kann.

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