Psychophonie

Was ist Psychophonie?

Eine neue Methode, die Psychophonie, verspricht deutliche Erfolge, die Anfallshäufigkeit bei Migräne zu verringern. Dies geschieht ohne den Einsatz belastender Medikamente, auf Arzt- oder Heilpraktikerbesuche kann bisweilen ganz verzichtet werden.

Die Psychophonie-Methode wurde bei der NASA (US-Amerikanische Raumfahrtbehörde) entwickelt. Bei dieser, noch relativ unbekannten, Therapie werden die Gehirnströme der Patienten in schmerzfreiem Zustand mit Hilfe eines EEG (Elektroenzephalogramm) aufgenommen. Ein spezielles Softwaresystem übersetzt diese Gehirnströme in Klavier- und Harfentöne. Diese "Gehirnmusik" erhält der Patient auf CD oder Kassette. Wer jedoch Musik im üblichen Sinne erwartet, wird enttäuscht. Die "Musik" des Gehirn ist eine Anreihung von disharmonischen und unrhythmischen Tonfolgen. Diese kann der Migräniker mehrmals täglich beispielsweise während der Autofahrt oder der Arbeit auf sich wirken lassen, oder sich bewusst einige Male täglich dafür Zeit nehmen.

Die beruhigende Wirkung von Musik auf den Menschen ist schon seit Urzeiten bekannt. Viele Entspannungstechniken arbeiten mit begleitender Musik. Diese besteht fast immer aus einfachen Akkorden und Rhythmen. Die Wirkung entfaltet sich jedoch nur durch bewusstes Hinwenden und Mitgehen mit der Musik. Im Unterschied dazu besitzen Psychophonie-Töne den Vorteil, dass sie bei bewusster oder beiläufiger Aufnahme den gleichen Effekt erzielen.

Das Ohr ist ein direkter Kanal zu den ältesten Regionen des Gehirns, welche Körperfunktion und Schmerzempfindungen steuern. Den therapeutischen Einfluss dieser Methode erklären Experten damit, dass durch regelmäßiges Anhören der psychophonischen Tonfolgen diese Zentren positiv beeinflusst würden. Folglich steigert sich das Wohlbefinden des Patienten.

So unglaublich die Psychophonie-Therapie klingen mag - Studien beweisen den Erfolg. In einer im Mai 1999 veröffentlichten Studie bestätigen Mediziner des Kantonsspitals Glarus (Schweiz) die Wirksamkeit der Psychophonie bei Migräne und Kopfschmerzen. Vor allem bei Migräne seien gute Erfolge bis hin zur Anfallsfreiheit erzielt worden.

Psychophonische Behandlungen werden nur von erfahrenen Ärzten durchgeführt. So können unseriöse Praktiken verhindert und eine Dokumentation des Therapieerfolgs gewährleistet werden. Die Kosten von ca. 350 Euro für die "Gehirnmusik" übernimmt die Krankenkasse jedoch nicht.

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