| TENS - Transkutane elektrische Nervenstimulation |
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Was ist TENS?
Was ist TENS? TENS heißt "Transkutane (durch die Haut) elektrische Nervenstimulation" und ist eine Behandlungsform, die im weiteren Sinn zu den Naturheilverfahren zählt. Dabei wird die Schmerzübertragung in den Nervenbahnen mit Hilfe elektrischer Impulse blockiert.
Schon die alten Ägypter wussten von der Heilkraft der Elektrotherapie. So nutzten sie intuitiv die Elektrizität von Zitteraalen, um Beschwerden bei Gicht zu lindern. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war die Technik so weit entwickelt, dass man elektrische Ströme mit Hilfe von Geräten zur Schmerzlinderung einsetzte. Dies war noch vor der Entdeckung der zu Grunde liegenden physikalischen Gesetzmäßigkeiten. Mit der Entwicklung gasförmiger Narkosemittel wurde dieser Trend jedoch erst einmal unterbrochen. Erst in den 60er Jahren erhielt die Elektrotherapie einen neuen Aufschwung und gelangte aus den USA über Skandinavien nach Deutschland. TENS ist in der Lage, das körpereigene Schutz-, Kontroll- und Regelsystem zu beeinflussen. Die gezielten Stromreize aktivieren die Schmerzbegrenzung und die Selbstheilung. Zahlreiche Studien belegen die Wirksamkeit dieses Verfahrens. Demnach hilft es in 60 Prozent aller Fälle, bei einigen Krankheitsbildern sogar bei 90 Prozent. Das Verfahren ist symptombezogen, das heißt die Ursache kann in der Regel nicht bekämpft werden. Seitenanfang Wie funktioniert TENS? Zur Schmerzlinderung werden an den entsprechenden Stellen des Körpers Elektroden aufgeklebt, durch die ein elektrischer Wechselstrom geleitet wird. Die Elektroden führen zu einem handlichen, batteriebetriebenen Taschenreizstromgerät. Entsprechende Parameter wie Impulsdauer, Intensität, Frequenz und die richtige Plazierung der Elektroden werden von Arzt und Patient gemeinsam ermittelt. Der Patient empfindet während der Behandlung lediglich ein leichtes Kribbeln oder Vibrieren. Das Gerät schickt nun sanfte elektrische Ströme in den schmerzenden Bereich. Hier gelangt er auch zu den Nervenbahnen, wo die Schmerzinformation in den Nervenfasern blockiert wird. Damit kann sie nicht mehr zum Gehirn gelangen. Man unterscheidet zwei Arten der TENS-Behandlung: Hohe Frequenz, niedrige Intensität Dabei werden körpereigene Hemmstoffe im Bereich des Rückenmarks stimuliert. Diese bewirken eine Erschöpfung der Reizweiterleitung an das Gehirn. Die vom Rückenmark beeinflussten Körperteile weisen weniger Schmerzen auf, sie werden besser durchblutet, und die Muskeln entspannen sich. Niedrige Frequenz, hohe Intensität Diese Behandlungsform führt dazu, dass das körpereigene Schmerzkontrollsystem aktiviert wird. Durch die Stimulation werden verstärkt körpereigene Botenstoffe (Endorphine, Dopamin, Serotonin) freigesetzt, die wie ein Schmerzmittel wirken. Diese Therapie ist nicht auf das lokale Behandlunsgebiet begrenzt, sondern steigert die körperliche und psychische Leistung insgesamt. Auch Stress kann damit reduziert werden. Eine Behandlung dauert in der Regel zwischen 20 und 50 Minuten. Bei geringer Intensität kann es auch über mehrere Stunden angewendet werden. Seitenanfang Vorteile Die TENS-Behandlung ist praktisch frei von Nebenwirkungen und äußerst effektiv. Sie ist ungefährlich, und der Patient kann sie beliebig oft zu Hause oder unterwegs anwenden, sobald er vom Arzt in die Handhabung eingewiesen wurde. Die TENS-Geräte sind klein und robust und lassen sich an der Kleidung befestigen. Wer bisher viele Medikamente einnehmen musste, kann diese Menge mit Hilfe von TENS wirksam reduzieren. So lassen sich gefürchtete Nebenwirkungen vermeiden. Seitenanfang Anwendungsgebiete TENS ist bei allen Schmerzzuständen geeignet, egal ob akut oder chronisch. Selbst bei Tumor- und Krebsschmerzen ist die Methode hilfreich. Am häufigsten wird sie bei folgenden Indikationen angewendet:
Gegenanzeigen Patienten mit Herzschrittmachern oder Herzrhythmusstörungen sollten TENS nicht anwenden. Auch bei Parkinson und Epilepsie ist die Methode nicht angezeigt. Während der Schwangerschaft ist ebenfalls Vorsicht geboten. Die Anwendung darf außerdem nicht über dem Auge oder der Halsschlagader erfolgen. Seitenanfang Kosten Die TENS wurde 1987 in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Nach Beendigung der Therapie wird das TENS-Gerät vom Arzt oder vom Hersteller zurückgenommen. TENS wird vom Arzt verordnet und die Kosten in folgenden Fällen von der Krankenkasse übernommen:
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