Triggerfaktoren

Begünstigende Faktoren - Die Themen


  1. Triggerfaktoren


  2. Nahrungsmittel






1. Triggerfaktoren

In Zwillingsuntersuchungen wurde nachgewiesen, dass die Veranlagung zur Migräne tatsächlich erblich bedingt ist. Und doch sind die Auslöser einer Attacke von Mensch zu Mensch verschieden. Wer oder was genau eine Migräneattacke auslösen kann, ist schwer festzulegen. Sicher ist hingegen, dass es verschiedene Umstände gibt, die das "Migräne" - Fass zum Überlaufen bringen. Neben starkem psychische oder physischen Stress oder Angst, können auch bestimmte Nahrungsmittel einen Ausbruch begünstigen. Stellen Sie sich diesen Zustand wie eine Überreizung oder den berühmten Stein vor, der die "Lawine zum Rollen bringt". Grundsätzlich kann zwischen, von außen einwirkenden Reizen (exogene Auslöser) und jenen körpereigenen Faktoren (endogene Auslöser) unterschieden werden. Letztere sind von innen an einer Reizüberlastung beteiligt.

Neuere wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Migräniker durch eine gesteigerte Wahrnehmung unwissentlich ihr Gehirn von Tag zu Tag mehr "elektrisch" aufladen. Kurz vor dem nächsten Migräneanfall ist das Gehirn am höchsten erregt. Kopfschmerzforscher vermuten, dass ein Migräneanfall möglicherweise ein Schutz des Gehirns gegenüber einer Reizüberflutung ist, der eine Ruhepause erzwingt.

Das erklärt auch, weshalb bei den meisten Betroffenen der erste Migräneanfall durch extreme, psychische Überforderung ausgelöst wird. Erst eine massive Überreizung stört bei entsprechender Anlage das biologische Gleichgewicht im Hirnstamm, wodurch es bei den Patienten zu einer folgenden lebenslangen Fehlregulation in diesem Gebiet kommt. Wichtig zu wissen ist dabei, dass das Gehirn jedoch nicht grundsätzlich defekt, sondern nur anlagebedingt überempfindlich ist.

Zu den exogenen Auslösern zählen:
  • Stresssituationen
  • Körperlich-physischer Stress, aber auch die Kehrseite, wie dass plötzliche Nachlassen von Stress am Wochenende
  • Ungelöste Konflikte
  • Lärm
  • Sauerstoffmangel
  • Wetterwechsel


  • Zu den endogenen Auslösern zählen:
  • Veränderungen im Hormonhaushalt
  • Änderungen der Eßgewohnheiten
  • Kaffee, Schokolade, Alkohol, Glutamat

Vorboten einer Migräne-Attacke können sich bis zu einem Tag vorher bemerkbar machen. Migräniker berichten von verstärktem Gähnen, Müdigkeit und Stimmungsschwankungen, die sich zwischen Euphorie, Reizbarkeit und depressiver Verstimmung bewegen. Andere berichten von Heißhunger-Symptomen, einer Übersensibilisierung gegenüber Licht, Lärm, sowie Berührungen und Gerüchen.

Wer "seine" Kopfschmerzen identifiziert (siehe Check-Liste), kann viel dazu beitragen, dass sie gar nicht erst entstehen. Natürlich ist das Wissen über die jeweiligen Symptome und die zugrunde liegenden Faktoren Vorraussetzung, damit die persönlichen Auslöser erkannt werden können. Kennt man "seine" so genannten Trigger-Faktoren, kann der Migräniker gemeinsam mit dem Arzt eine individuelle Vermeidungsstrategie entwickeln und sich so mit seinen Beschwerden besser arrangieren.


Seitenanfang



2. Nahrungsmittel

Ungefähr 10 Prozent der Migräniker berichten, dass eine Attacke durch bestimmte Nahrungsmittel ausgelöst worden ist. Als so genannte Triggerfaktoren kommen häufig Alkohol, besonders Rotwein, reifer Käse und Schimmelkäse, nitrithaltige Nahrungsmittel, wie Speck, Fischkonserven, Räucherlachs, Geschmacksverstärker und Schokolade in Frage. Viele Patienten leiden bei übermäßigem Kaffeegenuß genauso wie beim Verzicht auf die täglich benötigte Koffeindosis an akuter Migräne.
Spezielle chemische Substanzen in Lebensmitteln können zum Auslöser von Migräne werden. Über Rotwein ist bekannt, dass er vermehrt Serotonin aus den Blutplättchen freisetzt. Käse enthält vor allem Tyramin.

Schokolade

Schokolade ist durch seine stimmungsaufhellenden Wirkstoffe eigentlich als "süße" Droge zu bezeichnen. Kakao enthält tatsächlich einen psychoaktiven Stoff namens Anandamid. Diese Substanz dockt im Gehirn an den gleichen Rezeptoren an wie Cannabinoide, die Wirkstoffe von Haschisch - und macht genauso "high". Allerdings müsste man einige Kilo Schokolade verspeisen, um sich eine wirksame Dosis zuzuführen.

Schokolade greift in den Stresshormonzyklus ein und besitzt die richtigen Stoffe, um unsere Stimmung zu heben. Bei Liebeskummer hilft Schokolade wenigstens solange, wie wir sie naschen. Schokolade enthält auch Phenylethylamin, ein Hormon das wir produzieren, wenn wir verliebt sind. Es beschert uns Glücksempfinden und Lust. Immerhin 0,7 Gramm der "Verliebtseins"-Substanz befinden sich in 100 Gramm, also in einer Tafel Schokolade. Daher kann Schokolade als eine Art essbarer Liebesersatz bezeichnet werden.

Doch den größten Effekt auf unsere Stimmung hat wohl schlicht und ergreifend der hohe Zuckeranteil, der fast 50 Prozent einer Schokolade ausmacht. Zucker sorgt dafür, dass sich in unserem Gehirn mehr vom Neurotransmitter Serotonin bildet. Das ist ein Nervenbotenstoff, der vor allem in der dunklen Jahreszeit die Laune hebt. So erklärt sich auch, warum in der kalten Jahreszeit mehr Schokolade gegessen wird: Da die Serotoninproduktion von Licht abhängig ist, verschaffen wir uns im dunklen Winter über die Nahrungsaufnahme einen Ausgleich.

Natriumglutamat

Natriumglutamat findet in der Lebensmittelindustrie häufig als Geschmacksverstärker in Tütensuppen, Gewürzmischungen und Fertiggerichten, Verwendung. Besonders häufig wird es auch in der chinesischen Küche benutzt und ist zur Genüge in verschiedenen Sojasoßen enthalten. Durchschnittlich nehmen wir am Tag ungefähr acht bis zwölf Gramm Natriumglutamat zu uns. Wenn Natriumglutamat Lebensmitteln zugesetzt wird, ist es in Deutschland als Lebensmittelzusatzstoff deklarationspflichtig. In der Regel läuft es unter den Namen E 620 bis E 625.
Allerdings gibt es auch hier Gesetzeslücken und Einschränkungen der Aufklärungspflicht: Die Zusatzstoffe offener Lebensmittel, wie zum Beispiel Brot, müssen nicht angegeben werden.

Das Glutamat kommt aber auch in natürlicher Form in unbehandelten Lebensmitteln, wie Tomaten oder Käse, vor. Im hochkonzentrierten Tomatenmark ist dem entsprechend viel der, für Clusterkopfschmerz- und Migränepatienten riskanten Substanz, enthalten.


Seitenanfang





Weitere Gesundheitsratgeber für sie verfügbar:

Zahnratgeber

Augenratgeber

Gehörratgeber

Allergienratgeber

Haarausfallratgeber

Migräneratgeber

Naturheilkunderatgeber

Plastische-Chirurgie-Ratgeber

Rückenschmerzen-Ratgeber

Depressionen-Ratgeber