| Ursachen und Entstehung |
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Enstehung von Migräne - Die Themen
1. Allgemeines zur Migräne Eine Migräne kommt selten allein. Meist kündigt sie sich ein bis zwei Tage vorher durch bestimmte Vorboten an, die individuell unterschiedlich sein können. Viele Migräniker berichten von Stimmungsschwankungen, Heißhungerattacken und grundloser Müdigkeit. Die warnenden Anzeichen können für die Behandlung hilfreich sein, denn je früher der herannahende Migräneanfall erkannt wird, desto gezielter kann dem entgegen gewirkt werden. Bei circa 20 Prozent der Migräniker geht der eigentlichen Kopfschmerzphase eine 30 bis 60 minütige so genannte Aura voraus. (Aura = lateinisch für "Schein"). Während der Aura kommt Des weiteren gibt es andere körperliche Begleiterscheinungen, wie Kribbeln oder Lähmungen in Armen und Beinen, Schwindelgefühl oder Wortfindungsstörungen. Viele Migräniker berichten über Attacken von Übelkeit und Erbrechen, sowie Lärm-, Licht- und Geruchsempfindlichkeiten. Gewohnte Sinneseindrücke verkehren sich in Unerträglichkeiten: Die sonst scheinende Sonne blendet jetzt, Musik hämmert und Telefone schrillen. Der eigentliche Kopfschmerz setzt meist ein, wenn symptomatische Vorboten oder Aura wieder nachgelassen haben. Der befürchtete Höhepunkt der Migräneattacke realisiert sich in spezifischen Kopfschmerzen.
Die Dauer solcher Attacken schwankt normalerweise zwischen vier und 72 Stunden, in seltenen Fällen auch länger. Migräne ist eine geradezu protheische Krankheit, die viele Gesichter besitzt und in der Schmerzforschung in verschiedene Migräneformen eingeteilt wurde. Die erbliche Veranlagung zur Migräne wird durch einen höheren Anteil eines gefäßaktiven Stoffes im Blut erklärt. Ein größeres Risiko, an Migräne zu leiden, haben vor allem die Frauen einer betroffenen Familie. Dieses erbliche und geschlechtsspezifische Muster lässt sich bei ungefähr zwei Drittel der Migränepatienten beobachten. In der Tat sind Migränepatienten häufig sehr kreativ, haben eine schnelle Auffassungsgabe und erkennen soziale Zusammenhänge oft schneller als andere Menschen. Die Vermutung liegt nahe, dass die überstarke Empfindsamkeit zumindest teilweise vererbt wird und dass bei Migränikern eine angeborene Reizverarbeitungsstörung gegenüber inneren und äußeren Einflüssen besteht. Nachgewiesen ist jedenfalls, dass Migränepatienten mehr Stresshormone und spezielle Botenstoffe fürs Gehirn - in erster Linie das so genannte Serotonin - produzieren. Untersuchungen von betroffenen Familien zeigten überraschender Weise, dass sich Migränekinder schon von Geburt an von ihren "gesunden" Geschwistern unterscheiden. Sie sind oft lebhafter und aufgeweckter, nervöser und vor allem reizempfindlicher. Auch erwachsene Migränepatienten geben häufig an, äußerst lärm-, geruchs- und lichtempfindlich zu sein. Sie haben das Gefühl, ihr Gehirn liefe ständig auf Hochtouren und sie seien, stets "auf dem Sprung". In der Tat finden sich unter Migränepatienten sehr kreative Persönlichkeiten, mit einer schnellen Auffassungsgabe und ausgeprägten sozialen Kompetenzen. Seitenanfang 2. Vaskuläre Migräne-Theorie In den 50er / 60er Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde in der medizinischen Fachwelt eine Migräneattacke anhand pathologischer Veränderungen der Verzweigungen de "arteria carotis externa" erklärt. Dabei sprach die Medizin von einem Krampf in einer der großen Hirnarterien. Dieser Krampf verläuft in zwei Phasen: In der ersten, kontrahierenden -also zusammenziehenden- Phase erscheinen visuellen Phänomene. Weiter wurde vermute, dass in der zweiten, sich dehnenden Phase, die Kopfschmerzen auftreten. Die vaskuläre Erklärungsmodell findet eine unterstützende Fortsetzung in der Serotonin-Forschung. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der als Botenstoff Nervenimpulse überträgt. Genau dieser Stoff wird nun zu Beginn eines Migräneanfalls aus den Thrombozyten, Blutpättchen, die im Knochnemark gebildet werden, freigesetzt. Serotonin besitzt eine stark gefäßverengende Wirkung. Durch den Abbau des Serotonins sinkt der Serotonin-Spiegel im Blut, was wiederum eine Erweiterung der Gefäße zur Folge hat. Später stellte die Wissenschaft dann fest, dass eine Serotonin-Infusion in die Arteria cortis (Gehirnarterie) nicht den Blutfluß im Gehirn beeinflusst. Seitenanfang 3. Neurogener Erklärungsansatz Nach neuerem Wissenstand gehört die lange Zeit verbreitete Lehrmeinung der vaskulären Migräneerklärung wohl eher der Medizingeschichte an. Denn die dänischen Neurologen Oelsen und Lauritzen haben den Anstoß für neue Forschungsrichtungen gegeben, die sich mit den bisherigen Vorstellungen nicht vereinbaren lassen. Oelsen studierte anhand tomographischer Verfahren die Durchblutung des Gehirns während einer Migräne-Attacke. Im Falle von visuellen Störungen, die vor den Schmerzen einsetzen, zeigte sich, dass die für die optische Wahrnehmung zuständige Region im Hirn um 30 Prozent weniger durchblutet ist. Die mangelhafte Durchblutung betrifft im weiteren auch die Großhirnrinde, den so genannten Kortex und durchwandert diesen im Schneckentempo: Zwei bis drei Millimeter pro Sekunde kriecht dieser zeitweilige "Durchblutungsmangel" durch die gesamte Länge des Kortex. In besonders schwerwiegenden Fällen bewegt sich die Durchblutungsstörung wesentlich langsamer, also in Mikroschritten, forwärts. Primär gilt heute, dass die Migräne auf neurogene Funktionsstörungen rund um den Hyothalamus zurückzuführen ist. Die Veränderungen beeinflussen die Konzentration von Neurotransmittern, wie beispielsweise dem Serotonin. Die gefäßerweiternde bei Überschuß gefäßverengende Wirkung bei Mangel der Neurotransmitter spielt sich maßgeblich in der Mikrozirkulation der Kapillaren (kleinste Blutgefäße) ab. Seitenanfang 4. Elektrisches Gewitter - Kurzschluss im Gehirn So beschreibt die aktuellste Erklärung Migräne als Störfall der Reizverarbeitung im Gehirn. Unpassend freigesetzte Botenstoffe aus den Nerven-Enden können zu lokalen Entzündungen an den Blutadern der Hirnhäute führen. Dadurch werden einerseits Schmerzen produziert, sowie weitere, reizauslösende Botenstoffe aktiviert.
Das Serotonin ist trotz allem eine verdächtige Substanz. Denn es besitzt eine anregende Wirkung auf die Peristaltik (zirkuläre Kontraktion) der Darmschleimhaut und könnte sich auch bei Migränikern negativ bemerkbar machen. Diese Leiden auf der Höhe der Attacke gehäuft, führen zu Erbrechen oder auch zu Durchfall. Seitenanfang Weitere Gesundheitsratgeber für sie verfügbar: Zahnratgeber Augenratgeber Gehörratgeber Allergienratgeber Haarausfallratgeber Migräneratgeber Naturheilkunderatgeber Plastische-Chirurgie-Ratgeber Rückenschmerzen-Ratgeber Depressionen-Ratgeber |